09.06.16

Der Ehrgeiz ungebrochen, doch es siegte die Vernunft


Die Folgen meines Sturzes am Slovakiaring zeigten sich in vollem Ausmaß leider erst Stück für Stück in den nachfolgenden Tagen. Nach umgehender medizinischer Behandlung des stark schmerzenden Brustkorbes, des Armes und – besonders schlimm – meiner rechten Hand liess sich etwas Besserung erzielen. So konnte mein Physiotherapeut mehrere Wirbel und Rippen wieder an ihren Platz bringen, an Brustbein und vorderen Rippen jedoch blieb er aufgrund starker Schmerzen erfolglos. Die ärztliche Diagnose für Handgelenk und Arm: schwere Prellungen und ca. 6 Wochen Heilungszeit.

Doch egal was auch prognostiziert oder empfohlen wurde, ich wusste, ich darf und möchte keinen Meisterschaftslauf verpassen. Dies insbesondere nachdem ich am Slovakiaring mit wirklich guten und konstanten Rundenzeiten einen tollen Kampf lieferte und ich noch Reserven habe. 

Bereits am Vortag des Rennwochenendes auf dem Pannoniaring trainierte ich mit meinem Riding Coach Roland Resch. Dies jedoch in reduzierter Form, um mich für den Meisterschaftslauf zu schonen. Bereits zu Trainingsanfang zeigte sich, dass mir die verletzte Gashand und meine gesamt angeschlagene körperliche Verfassung das Fahren auf hohem Niveau und mit Druck schwer machten. Nach eingehender Beratung einigten wir uns darauf, dass ich immer nur drei bis maximal vier Trainingsrunden fahre, um mich an den Speed heranzutasten. 

So beraten, beste Kenntnis der geeigneten (Fahr-) Linie und gutes Gefühl auf dem Motorrad liessen mich trotz Schmerzen dann auch im freien Training schon 2:00er Zeiten fahren. Daher wollte ich unbedingt um einen guten Startplatz im Qualifying fahren!

Mein Ziel für das Qualifying am Samstag: unbedingt eine Top-Rundenzeit fahren und mit einem guten Startplatz ins Rennen gehen. So wählten wir für das Qualifying eine 1. Stop-Strategie: zunächst fuhr ich drei Runden einen härteren Reifen, um mich „einzuschiessen“ dann erfolgte der Wechsel auf eine weichere Reifenmischung für den besseren Grip. 

Obwohl die Streckenbedingungen optimal waren, zeigte sich nun in vollem Umfang und ungeschönt das Mass meiner Verletzungen. Mit den weichen Reifen hatte ich richtig viel Grip, doch war ich zu schwach, um das Motorrad mit soviel Druck und Lenkimpulsen zu fahren. Ich wusste, ich hatte nur diese eine Runde, um eine gute Quali-Zeit zu fahren, denn eine weitere Runde hätte ich ohne enormes Risiko eines Sturzes kräftemässig nicht geschafft. 

So gab ich alles, in dieser, meiner Top-Runde! Dann wurde doch tatsächlich in meiner Top-Runde die gelbe Flagge gezeigt und der Fahrer vor mir haute die Bremse rein! Mein kurzes Zögern kostete mich Zeit, aber ich überholte ihn in dem Willen, meine Top-Zeit zu fahren. Absolut erschöpft in der Boxengasse angekommen, fragte ich nach meiner Rundenzeit: nur 2:00er Zeit. 

Unendlich enttäuscht ob fehlender Verbesserung – es wäre soviel mehr drin gewesen - von Schmerzen geplagt und nur noch ausgepowert! Dann noch das „dicke Ende“ on top: diese Rundenzeit wurde mir aberkannt, aufgrund meines Überholmanövers unter gelber Flagge. Zeit, in mich zu gehen und die weiteren Schritte zu bedenken: Bike und Wetter prima, aber starke Schmerzen und Kraft, die nicht mal für 5 volle Runden unter Geschwindigkeit langt, geschweige denn für 14. Denkbar schlechte Aussichten für einen erfolgreichen unfallfreien zweiten Meisterschaftslauf!

So traf ich schweren Herzens den Entscheid abzubrechen, sprich auf die Rennen zu verzichten und mich stattdessen verstärkt meiner Gesundung zu widmen. Kein Entscheid, der mir trotz der Widrigkeiten leicht fiel!

Abspann: die Prellung, die ein Bruch ist!! Zurück in der Schweiz liessen mir die starken Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit im Handgelenk keine Ruhe. So konsultierte ich gestern meinen Handchirurgen. Nach erneutem Röntgen des Handgelenks und CT das befürchtete Resultat: die schwere Prellung ist doch ein Bruch! So werde ich mich bis kommenden Montag mit dem Gips an meinem Arm anfreunden müssen, bis ich operiert und mein Handgelenk mit einer Metallplatte versehen wird. 

Lange ausruhen kann ich mich jetzt und auch nach der OP jedoch nicht: mein tägliches Sportprogramm (Spinning Bike) ist zu absolvieren und der dritte Meisterschaftslauf in Grobnik (Kroatien) steht an vom 17.6. bis 19.6.16. Jedoch werde ich im Rahmen der Möglichkeiten alles daran setzen, die körperliche Fitness beizubehalten und bestenfalls zu steigern wie auch meiner Gesundheit Sorge zu tragen. Denn eines ist klar: aufgeben ist für mich keine Option und der Start in Grobnik ist fest geplant!

Herzlichst,
Eure Sabine 
s3r – sabine3racing


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